Garten-Ringelblume
(Calendula officinalis)

Calendula officinalis, Foto: Martina Foehn

Volkstümliche Namen

  • Gartenringelblume
  • Ringelrose
  • Butterblume
  • Totenblume
  • Goldblume
  • Ringeli (Schweiz)
  • Ringlibluoma (Schweiz)
  • Rinderblume (Schweiz)

Eigenschaften

Gruppe Frühjahrs- oder Sommerflor
Familie Korbblütler
Herkunft Mittelmeerraum

 

Standort (Licht, Boden etc.)

Boden durchlässig und nicht allzu lange trocken, sonnig

 

Risiken

Bei einer bestehenden Allergie gegen Korbblütengewächse sollte die Ringelblume nicht angewendet werden.

 

Botanische Merkmale

Wuchs buschig wachsend
Höhe bis 70 cm
Blütentyp Zungen- und Röhrenblüten
Blütenfarbe orange, gelb
Blütezeit Juni bis August
Blatt ganzrandig, spatelförmig, spitz zulaufend
Frucht

ringelförmige Achänen

 

Gartentherapeutische Ziele

Kognitive Ziele

K2 - direkte Förderung von Aufmerksamkeit, Antrieb und Motivation
Tee, Salbe selber herstellen
K3 - Reflexion über autobiografische Erlebnisse und Erfahrungen mit Pflanzen durch den Klienten
Sammeln von Rezepten der PatientInnen, Verwendung als Heilmittel oder Safranersatz
K4 - Kommunikation über kulturelle, symbolische und metaphorische Anknüpfungspunkte
als Wetterradar, Safranersatz, Form des Samens mit Name vergleichen
K6 - lösungsorientiertes Einbringen gartentherapeutischer Kenntnisse und Erfahrungen durch den Klienten
Kenntnisse über Aussaat einbringen

 

Motorische Ziele

M1 - gartentherapeutische Betätigung in sitzender, hockender oder kniender Stellung
Pflücken der Ringelblume; Einpflanzen von Setzlingen
M3 - gartentherapeutische Betätigung mit besonderer Anforderung an Geschicklichkeit der Arme und Hände (z. B. Auge-Hand-Koordination, Bewegungsplanung, Kraftdosierung)
Ernten von Blütenköpfen, Zupfen der Blütenblätter für Teemischungen
M4 - gartentherapeutische Betätigung mit besonderer Anforderung an die Mobilität, Kraft und Ausdauer
Ernte der Blüten
M5 - Durchführung einfacher und einschrittiger gartentherapeutischer Betätigungen
Auflegen der geernteten Blütenköpfe auf ein Trocknungssieb oder ein Tuch
M6 - Durchführung mehrschrittiger und komplexer gärtnerischer Betätigungen
Aussaat im Beet mit Vorbereitung; Auspflanzen von Jungpflanzen
M7 - für eine erforderliche Zeit in einer liegenden Position mit Pflanzen beschäftigen (z. B. im Bett)
Blüten betrachten

 

Sensorische Ziele

S2 - Wahrnehmungen im visuellen Sinnesbereich
gelbe bis orangerote Blüte, Betrachten der Farbpalette
S3 - Wahrnehmungen im taktil-haptischen Sinnesbereich
klebriger Film auf den Fingern nach der Ernte
S4 - Wahrnehmungen im olfaktorischen Sinnesbereich
typischer Duft der Blüten
S5 - Wahrnehmungen im gustatorischen Sinnesbereich
Blüten essen

 

Gartentherapeutische Praxis

Vermehrung

Sie samen sich dann von selbst wieder aus.

Kultur

Der Anbau der Ringelblume ist einfach. Wenn die Samen vorgezogen werden, ist es möglich, die Blumen schon früh im selben Jahr zu ernten. Die Ringelblumen werden Anfang bis Mitte Februar ausgesät, leicht mit Erde abgedeckt und bei 18 bis 20°C im Gewächshaus aufgestellt. Sie können jedoch auch direkt ins Freiland gesät werden. Eine Direktsaat ist bis Mitte April möglich. Die Pflanzung erfolgt Anfang April bis Mitte Mai.

Lässt man die Pflanze lang blühen, wird sie sich im nächsten Jahr im ganzen Garten verteilt haben. Stehen sie dann nicht am gewünschten Ort, reagieren sie unempfindlich auf eine Versetzung.

Ernte

Die Blüten können während des Sommers geerntet und getrocknet werden.

Die Ernte beginnt mit Beginn der Blüte, meist ab Mitte bis Ende Juni und reicht bis Mitte September. Dabei  werden die ganzen Blütenköpfe von Hand 3 bis 4mal pro Woche ausgebrochen. Der optimale Erntezeitpunkt ist gekommen, wenn die äußeren Kränze der Röhrenblüten in der Blütenmitte offen sind und von Bienen angeflogen werden. Den höchsten Inhaltsstoffgehalt der Blüten hat man bei Ernte in den Mittagsstunden. Da Ringelblumen natürliche Harze enthalten, kleben die Blüten mit der Zeit an den Händen. Die Blütenköpfe werden ohne Stiel in luftige Körbe gegeben.

 

Wissenswertes

Verwendung

Die Ringelblume bringt ein breites Band an medizinisch guten Eigenschaften mit sich. Sie wirkt wundheilend, antiseptisch, entzündungshemmend, erweichend, blutreinigend, krampflösend, menstruationsregulierend, schweiss- und wurmtreibend. Letzteres ist in der westlichen Welt nicht von so grosser Bedeutung, wie es in Entwicklungsländern der Fall ist. Der Tee ist ein Hausmittel gegen Entzündungen im Mund und Rachenbereich oder um jene vorzubeugen.
Es gibt viele Möglichkeiten der Anwendung. Eine vor allem noch unter den älteren Leuten bekannte Anwendung ist die Salbe. Diese ist sehr leicht herzustellen und hilft gegen eine Vielzahl von Beschwerden. Früher rieben Bauern die Kuheuter nach dem Melken damit ein, um Infektionen vorzubeugen.
Die Farbstoffe in der Ringelblume verleihen dem Tee eine helle, warme Farbe. Die äußeren Blütenblätter dienen als Safranersatz.

Mit ihren Stoffwechselprodukten, die die Ringelblumen über ihr Wurzelsysteme in den Boden abgeben, vertreiben sie Schädlinge, nämlich auch die Bodenälchen.

Für Mischkulturen sind Ringelblumen geeignete Partner bei Bohnen, Fenchel, Gurken, Kohl, Möhren, Kopfsalat, Paprika, Tomaten.

Vor allem ihre Blüten zieren Salate und andere Speisen.

Den Duft des ätherischen Calendulaöls umschreiben die Menschen häufig mit der Bezeichnung "zitronig". In den meisten Fällen wird der Geruch als positiv, vitalisierend und erfrischend wahrgenommen.

Ringelblumen

  • vertreiben Schnecken und andere Schädlinge
  • ihre Wurzeln verbessern die Qualität des Bodens
  • fungieren als Wetterprophet
  • sind eine ideale Nektarquelle für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge
  • zu Jauche verarbeitet düngen und nähren den Boden
  • ihre Blüten sind essbar

Anbau

Professionell angebaut werden vor allem gefüllte Sorten. Die Ernte erfolgt händisch oder maschinell mit Pflückmaschinen, wobei es mehrere Erntedurchgänge gibt. Die Körbchen werden bei Lufttemperatur oder bis 45°C getrocknet und gerebelt, Blüten als Schmuckdrogen bei 80°C, um die Farbe zu erhalten.

Symbolik

Die Ringelblume ist schon lange als eine Heilpflanze bekannt. Bereits die Ägypter sagten der Ringelblume nach, dass sie ewige Jugend verleihe. Ausserdem war sie in vielen alten Religionen ein Attribut der Göttinnen. Im Christentum wurde sie der heiligen Maria zugeordnet.

Bedeutung des Namens

Der botanische Name Calendula stammt aus dem lateinischen Wort "calendae" und bedeutet so viel wie der erste Tag des Monats, da die Pflanzen in mehreren calendis blühen. Nach einer anderen Erklärung soll der Name ausdrücken, dass sich die Blüten mit dem Sonnenaufgang öffnen und mit Sonnenuntergang schliessen und somit wie ein Kalender die Bewegung der Sonne angeben. Die deutsche Bezeichnung Ringelblume bezieht sich auf die ringförmigen Früchte der Pflanze.

Legende

Um sich bei Frauen beliebt zu machen, sollen Männer stets eine Wurzel der Ringelblume in einem violetten Tüchlein mit sich führen. Diese dürfen jedoch davon nichts wissen. Ebenso wie die Margerite dient sie auch als Liebesorakel. „Er liebt mich, er liebt mich nicht, er liebt mich...“

Bauernregel

Eine hohe Achtung hatte die Ringelblume bei den Bauern. Diese konnten von der Wettervoraussicht der Ringelblume profitieren. Ist die Blume um acht Uhr morgens noch geschlossen, so ist im Verlaufe des Tages mit Niederschlägen zu rechnen.

Gedicht: "Die Ringelblume"